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| „Schule macht Theater“ |
| Freitag, 18. Juni 2010 | |
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Theatergruppe des Rhein-Maas-Gymnasiums spielt „Medusa“. Zwei Dutzend Schüler zwischen 13 und 18 Jahren kamen im August letzten Jahres zusammen, um Theater zu spielen. In diesen Tagen kam „Medusa“ zur Aufführung. Ein Blick hinter die Kulissen. Die ersten wöchentlichen Treffen vergingen mit der Auswahl eines passenden Stückes – diesmal sollte es eine Komödie sein. Aber welche? Auberge Espagnole? Ein eigenes Stück erarbeiten? Doch Shakespeare? Vorschläge, Diskussionen, Recherchen – zwischendurch Improvisations- und Stimmübungen. Dann erster Frust, weil keine Einigung zustanden kam und endlich die rettende Idee: „Medusa“ vom mexikanischen Dramaturgen Emilio Carballido – ein klassischer griechischer Stoff in komödiantischem Gewand. Heitere Tragik, ernste Komik – die Proben konnten beginnen! Also erste Leseproben, Anspielen der Rollen und die Besetzungsfrage – wieder Diskussionen, Ausprobieren - die einen fanden ihre Rollen, andere verließen die Gruppe. „Man kann auf der Bühne einfach mal ausprobieren, jemand anderer zu sein.“ Die jungen Schauspieler/innen standen vor großen Herausforderungen: Texte lernen, sich in Rollen einfühlen. Schülerinnen besetzten männliche Figuren – aber wie geht, spricht, sitzt oder springt ein Mann, ein junger, ein alter? Was denkt, fühlt und wie bewegt sich ein selbstverliebter Herrscher, ein schmieriger Diplomat, eine naive, eine arrogante Dienerin? Und worum ging es im Stück überhaupt? Wieso tötet Perseus (Silvia Möller) Medusa (Miriam Niebuhr), wenn er sich doch in sie verliebt? Nur weil das Orakel es so vorausgesagt hat? Oder weil „ein Mann ein Held sein muss, bevor er den Göttern ins Antlitz schauen darf“, wie Athene die Auftraggeberin des Mordes verkündet? „Das Zusammenwachsen der Gruppe war ein tolles Erlebnis!“ Ein Theaterwochenende in der Eifel schweißte die Gruppe und die helfenden Lehrer zusammen und ließ eine erste Vision des fertigen Stückes und die zentrale Orakelszene der Gorgonen (Frauke Linßen, Lisa Bruns) entstehen. Ja, es könnte klappen! – so ging man in die Weihnachtsferien. Im neuen Jahr eine Durststrecke: Wieder und wieder kam man über den ersten Akt nicht hinaus. Und dazwischen erneut die Frage: Wieso tötet Perseus Medusa? - die von den Göttern aus Neid für ihre Schönheit in eine schlangenhäuptige Gorgone verwandelte? Die Logik des Stückes ist unbarmherzig und kreist wie ein Mantra in Perseus Kopf: „Ich will ein Held sein! Ich will ein Held sein! Ich will jemand sein!“ Und er wird. Tötend findet er seine Identität. Erst erschlägt er ungewollt seinen Großvater Akrisios (Niklas Nienaß), der ihn verspottet. Dann köpft er im Rausch die eigene Liebe. Und die neidischen Götter, die den Menschen ihre „flüchtigen Augenblicke“ voll Nähe und Intimität missgönnen, haben ihre Genugtuung. „Man vergisst alles um sich herum, weil man so in der Rolle aufgeht!“ Am Ende steht es das Stück und das Bild des Helden: Zunächst ein verhätscheltes Muttersöhnchen, das mit seiner sich sehnsüchtig nach dem einstmaligen Göttergeliebten Zeus ausdrucksstark verzehrenden Mutter (Karola Münstermann) in Verbannung lebt; vier Akte später der Held Perseus: Mit starrem Blick auf seinem Thron, mit kalter Stimme im kühlen blauen Scheinwerferlicht verdammt er die Götter, verschließt er den abgehauenen geliebten Kopf der Medusa in einer Truhe: „Hierin ist alle Liebe, die ich noch habe!“. Vorhang. Und vor jedem Auftritt die bange Frage: Werden sie lachen, werden sie es mögen? Danach die freudestrahlenden Augen der Schauspieler beim Applaus des Publikums: An drei Abenden, im RMG und im Space des Ludwig Forums auf der großen Bühne. Die Mühen haben sich gelohnt! Daniela Streich und Jan Crueger (Die Zitate stammen von Klara Epperlein und Oliver Hamacher-Baumann.) |
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Montag, 06. September Samstag, 04. September Donnerstag, 26. August |
