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Die Schülerin Insa Obrikat aus der Q 1 des Rhein-Maas-Gymnasiums gewinnt mit ihrer Facharbeit in diesem Schuljahr den ersten Platz

Mit ihrer Facharbeit „` Oskar und die Dame in Rosa` als Beispiel für den Umgang mit Leid. Darstellung und Bewertung“ wurde die Schülerin Insa Obrikat im Mai 2018 an der Evangelischen und Katholischen Fakultät der Universität zu Bonn ausgezeichnet, da diese Arbeit als beste im Fach Religion im Lande NRW ausgewählt wurde.
Zum Inhalt des literarischen Werkes:
Die Erzählung „Oskar und die Dame in Rosa“ des französischen Schriftstellers Eric Emmanuel Schmitt, erschienen im Jahre 2002 als drittes von vier Büchern der Reihe Cycle de l´invisible, handelt von dem zehnjährigen Protagonist namens Oskar, der unheilbar an Krebs erkrankt ist, sich einer Chemotherapie unterziehen muss und alle Haare verliert. Für ihn wird es keine Heilung geben, er wird nur noch kurze Zeit leben. Von seinen Eltern verlassen kümmert sich die sogenannte Dame in Rosa um ihn, eine Ehrenamtlerin. Ihr vertraut sich Oskar an in vielen Gesprächen über seine Krankheit und den Tod.
Damit er mit seinen Ängsten und Sorgen um den nahenden Tod besser umgehen kann, fordert Rosa den Jungen auf, Gott seine Gedanken, Gefühle, Ängste und Freuden in Briefen mitzuteilen. Zudem solle er sich vorstellen, dass jeder noch gelebte Tag zehn Jahre seines Lebens bedeute. Oskar, der nicht an Gott glaubt, lässt sich auf das Experiment ein und erlebt so ein ganzes Leben, indem er in zwölf Briefen an Gott von seiner Pubertät, der ersten Liebe, Ehe, Streit, Midlife-Crisis, Alter und schließlich von der Vorbereitung auf den Tod erzählt. Zum Zeitpunkt seines Todes ist er zwar immer noch zehn Jahre alt, allerdings fühlt er sich, als wäre er 120 Jahre alt.

Mit ihrer ausgezeichneten Facharbeit gelang es der Schülerin Insa Obrikat, Literatur und empirische Arbeit vor Ort überzeugend zu verbinden und in vielfältigen Perspektiven auf ein Zentrum des christliche Glaubens zu beziehen: auf den Glauben an einen mitleidenden Gott. In ihren Ausführungen, ob das Buch eine realistische Erzählung sei, kommt die Schülerin zu dem Schluss  „Ich muss feststellen, dass sie fast erschreckend real ist.“ Denn der kleine Oskar erlebt, so Insa, eine nicht untypischen Krankenhaussituation. In diesem Kontext führte die Schülerin als Grundlage dieser Arbeit drei sehr reichhaltige Interviews an einer Klinik: mit einem Anästhesisten, einer als Seelsorgerin arbeitenden Pfarrerin und einer ehrenamtlich arbeitenden „Grünen Dame“. Insa Obrikat gelingt es mit Hilfe dieser Gespräche und anhand von Sekundärliteratur den Umgang mit Leid, wie es in „Oskar und die Dame in Rosa“ erzählt wird, pointiert darzustellen, zu interpretieren und dabei die Wichtigkeit von bestimmten Rollen und Verhaltensweisen bei der Sterbebegleitung fundiert, authentisch und lebensnah zu bewerten. So formulierte der Laudator: „Oskars Briefe an Gott und das Aussprechen von Leid wie in den Klagepsalmen oder im Buch Hiob, das Aufkommen der Theodizeefrage und ihr durch Gespräche mit Oma Rosa mit Mut, Kraft und Vertrauen standhalten zu können, das in Beziehung Setzen des eigenen Leidens mit dem Leiden Jesu und der Gedanke des mitleidenden Gottes, der Glaube, in dem Gottesbegegnung möglich ist – und nicht zuletzt der Glaube und das Vertrauen darauf, Gott wieder zu begegnen, d.h. der Glaube an die Auferstehung, sind religiöse Motive, die in dieser Arbeit lebensnah und im Horizont menschlicher Grunderfahrungen – aber zugleich eben auch im Rahmen kritischer Reflexion – ausgelegt werden.“
Insa Obrikat beschließt ihre Facharbeit mit den Worten: „Ich kann mir vorstellen, dass der Glaube an einen mitleidenden Gott mir in schwierigen Situationen sehr helfen kann.“

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